Purchase-to-Pay-Prozess

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Ist eine Lieferantenbeziehung etabliert, folgen in vielen Fällen wiederkehrende operative Einkaufsprozesse. Werden die hierzu erforderlichen Daten unstrukturiert und die Dokumente in Papierform ausgetauscht, so weisen die Abläufe zahlreiche Medienbrüche auf. Die Folge sind manuelle Mehrfacherfassungen von Daten, was unnötige Kosten und lange Durchlaufzeiten verursacht. Beschaffungsorganisationen mit hohen Transaktionszahlen streben deshalb an, die Prozesse von der Bestellung bis zur Zahlungsfreigabe (Purchase-to-Pay-Prozess) weitgehend zu automatisieren.

Bei der Bestellabwicklung gilt es, zwei grundsätzliche Varianten zu unterscheiden. Direkte Güter (Produktionsmaterial und Handelsware) werden im Unternehmen als Ressourcen für die Leistungserstellung verwaltet. Deren Bestellabwicklung ist deshalb eine klassische Domäne der Materialwirtschaftsmodule von Enterprise Resource Planning-Systemen. Der Bedarf für indirekte Güter (Betriebs- und Unterhaltsmaterial, Anlagen, Werkzeuge, Dienstleistungen etc.) fällt stärker dezentral an. Die Bestellabwicklung indirekter Güter mittels elektronischer Medien wird E-Purchasing genannt. Bei solchen webbasierten Lösungen kann der Bedarfsträger die gewünschten Produkte und Leistungen in einem elektronischen Katalog suchen und anfordern. Sie unterstützen die Prozesse der Bedarfsanforderung, Genehmigung, Bestellung, Wareneingangs- oder Leistungsprüfung und werden häufig Desktop Purchasing-, E-Purchasing-, E-Ordering- oder E-Buying-Systeme genannt.

Bei diversen indirekten Gütern wie Energie, Telekommunikation, Unterhalts- und Wartungsdienstleistungen, werden keine Bestellungen getätigt. Die Leistungen werden im Rahmen der vertraglichen Vereinbarungen vom Bedarfsträger oder der Organisation beansprucht und vom Lieferanten erbracht. Damit ist nicht die Bestellung, sondern der Vertrag der zentrale Anknüpfungspunkt für die Leistungs- und Rechnungskontrolle. Für diese Kontrollen haben sich noch keine weitgehend elektronisch unterstützen Standardlösungen etabliert.

Themenbereiche zur Rubrik "Purchase-to-Pay-Prozess"

ThemenrubrikFallstudien
 E-Invoicing 6      

Fallstudien zur Rubrik "Purchase-to-Pay-Prozess"

FallstudieErfassungsjahrBewertung
Migros – Providerneutrale E-Invoicing-Lösung
Nach der Umstellung der logistischen Prozesse auf die zentrale Warenwirtschaft im Jahr 2003 folgte im Jahr 2006 die Einführung des Empfangs von elektronisch signierten Rechnungen. Dadurch wurde die steuerrechtlich konforme Verarbeitung und Aufbewahrung von elektronischen Rechnungen zum letzten Bestandteil eines vollständig elektronischen Purchase-to-Pay-Prozesses. Migros entwickelte dafür eine eigene Plattform, auf der jährlich rund 2 Millionen Lieferantenrechnungen verarbeitet und archiviert werden.
  2011   1
Lyreco Schweiz – Agile elektronische Rechnungsstellung über mehrere Kanäle
Der Büromaterialhändler Lyreco wird von seinen Corporate Accounts oft aufgefordert, die Rechnungen in elektronischer Form zu liefern. Dabei unterstützt Lyreco, die von den Kunden gewählten Dienstleister. Ein effizienter und standardisierter Umstellungsprozess ermöglicht Lyreco die effiziente Unterstützung dieses Kundenanliegens auf einen gemeinsam vereinbarten Termin. Dank E-Invoicing profitiert Lyreco von einem im Durschnitt 7 Tage früheren Zahlungseingang.
  2011   1
Geberit – Internationales Intercompany E-Invoicing
Die Fallstudie beschreibt, wie das Transferpreis-Modell mit einer zentralen Verrechnungseinheit durch den Austausch von elektronischen Rechnungen zwischen Werken und der Zentrale und dieser mit den Vertriebsstätten abgewickelt werden. Die Lösung basiert auf dem Einsatz eines E-Invoicing Service Providers der mit einem internationalen Signaturdienstleister zusammenarbeitet. So kann der Rechnungsaustausch im Konzern für über 80 Länderverbindungen effizient und gesetzeskonform abgewickelt werden.
  2011   3
UBS – E-Invoicing mit einem ausgewählten Dienstleister
Die Fallstudie zeigt, wie UBS etwa 60 % der Rechnungen in elektronischer Form von den Lieferanten erhält und weitgehend automatisiert verarbeitet: von der Zuordnung, über die Kontrolle, Freigabe, Bezahlung und Archivierung. Die restlichen Papierrechnungen werden über den gleichen Dienst eingescannt, die relevanten Kopf- und Fussdaten ausgelesen und im gleichen Format an UBS geliefert. Die weitere Verarbeitung bei UBS erfolgt im gleichen Prozesse.
  2011   
Schindler: E-Procurement für Komponenten und Transporte
Schindler ist ein global führender Anbieter von Aufzügen und Fahrtreppen. Die operative Optimierung von Prozessen ist ein wichtiger Bestandteil zur Sicherung der Wettbewerbsfähigkeit. Seit mehr als fünf Jahren nutzt die Beschaffungsorganisation die Möglichkeiten der Informationstechnologie zur Gestaltung effizienter Prozesse über die Unternehmensgrenze hinweg. Dank konsequenter Umsetzung weitgehend global standardisierter Prozesse hat das Unternehmen einen hohen E-Procurement-Reifegrad erreicht.
  2009   1
Schindler: e-procurement for components and transport
Schindler is a worldwide market-leading provider of elevators and escalators. The operative optimisation of processes plays an important part in ensuring their competitiveness. For more than five years the procurement organisation has taken advantage of information technology to create efficient processes beyond the company’s boundaries. Thanks to the consistent implementation of largely global, standardised processes the company has achieved a high level of e-procurement maturity.
  2011   1

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