Wer Blumen über längere Strecken transportieren will, sieht sich vor die Situation gestellt, dass die empfindliche Ware dabei unweigerlich Schaden nimmt. Oft sind es aber gerade weit entfernt wohnende Menschen, denen man mit einem Blumengeschenk eine Freude machen will. Diesem Problem zu begegnen, hat sich Fleurop zur Aufgabe gemacht. Die ebenso einfache wie überzeugende Lösung: Bei Fleurop gehen nicht die Blumen selbst auf die Reise, sondern lediglich der Geschenkauftrag. Dieser wird von einem Floristikfachgeschäft am Ort des Empfängers ausgeführt, das den gewünschten Blumenstrauss frisch zusammenstellt und ihn zeitnah dem Beschenkten überbringt.
Hintergrund
Die Idee, den Transport der Ware durch die Übermittlung der Auftragsinformationen zu ersetzen, scheint geradezu charakteristisch für unsere von Informationstechnik geprägte Zeit. Im Fall von Fleurop ist sie jedoch wesentlich älter und geht auf den Berliner Blumenhändler Max Hübner zurück, der bereits 1908 eine "Blumenspenden-Vermittlungsvereinigung" gründete und damit den Grundstein für das heutige Unternehmen legte.
Seit den 30er Jahren existiert Fleurop in der Rechtsform einer GmbH, die für die angeschlossenen selbständigen Floristik-Unternehmen Verrechnungen durchführt, das gemeinsame Produkt bewirbt, über die Einhaltung von Qualitätsstandards wacht und auch IT-Infrastruktur bereitstellt.
Zum heutigen Zeitpunkt betreut Fleurop ein dichtes Netzwerk von etwa 7'000 Floristen in Deutschland und kann seinen Service damit flächendeckend anbieten. Aufgrund der Mitgliedschaft in internationalen Dachorganisationen ist zudem eine Weiterleitung von Aufträgen auch an ausländische Landesgesellschaften möglich, so dass Blumengrüsse mit Fleurop weltweit übermittelt werden können.
Das Unternehmen beschäftigt in der Bundesrepublik ca. 75 Mitarbeiter und liefert hier 4 Millionen Blumenaufträge pro Jahr aus. Die Fleurop GmbH finanziert sich über Vermittlungsprovisionen für die einzelnen Aufträge sowie über Beiträge der angeschlossenen Blumenfachgeschäfte. Aus dem Selbstverständnis des Unternehmens, ein "Verein im Kleid einer GmbH" zu sein, resultiert, dass mit der Geschäftstätigkeit keine Gewinne erwirtschaftet werden sollen. Entstehende Überschüsse werden vielmehr in Werbemassnahmen investiert, die allen teilnehmenden Floristen zu Gute kommen.
Branche
Der Blumenfachhandel ist in Deutschland nach wie vor stark fragmentiert. Ein Grossteil des Umsatzes entfällt auf kleine selbständige Unternehmen, die meist keine oder nur wenige Filialen betreiben und in der Regel ausschliesslich lokal operieren. Vor diesem Hintergrund kommt Fleurop eine zentrale Funktion bei der Vermittlung ortsübergreifender Aufträge [Auftragsvermittlung] zu. Da in Deutschland kein anderes Floristen-Netzwerk von ähnlicher Verbreitung und Bedeutung besteht, ist Fleurop zudem bislang keiner nennenswerten Konkurrenz ausgesetzt. Mit dem Auftreten von Online-Blumenversendern und Geschenkservices im Internet könnte sich diese Situation verändern: Zwar stehen diese neuen Wettbewerber auch heute noch vor dem Problem, dass Blumen beim Transport über weite Strecken in Mitleidenschaft gezogen werden. Die deutlichen Verbesserungen im Bereich der Logistik lassen eine sorgfältige Beobachtung dieser Aktivitäten für Fleurop aber geboten erscheinen.
Produkt
Die Abwicklung eines Auftrags läuft typischerweise so ab: Ein Auftraggeber im Ort A wendet sich an ein ortsansässiges Floristik-Unternehmen, das dem Fleurop-Verbund angeschlossen ist. Er erteilt dort den Auftrag, Blumen an einen Empfänger im Ort B zu liefern und nennt dabei ausser Namen und Anschrift des Beschenkten auch Art, Umfang und Liefertermin der Blumen sowie eine Grussbotschaft. Den Preis des Geschenks sowie eine Service- und Liefergebühr zahlt er dem Floristen im Ort A. Dieser übermittelt den Auftrag per Fax oder über das von Fleurop entwickelte Merkur-EDV-System an einen Floristen im Ort B. Dieser stellt den Blumengruss zum gewünschten Zeitpunkt und gemäss Auftrag individuell zusammen und liefert ihn an die angegebene Adresse aus. Die Verrechnung der Leistung zwischen den beiden beteiligten Floristen erfolgt über die Fleurop-Zentrale.
Zielgruppe
Auch wenn die Altersgruppe zwischen 25 und 39 als besonders lukrativ angesehen wird, adressiert Fleurop mit seinem Angebot wesentlich breitere Kundenkreise. Dabei profitiert das Unternehmen von einem gestützten Bekanntheitsgrad von über 95 % in der Gesamtbevölkerung. Neben Privatkunden werden verstärkt auch Unternehmen als wichtiges Kundensegment erkannt, denen Blumengeschenke z.B. für Pre- und After-Sales-Aktivitäten, zur Mitarbeitermotivation und im Beschwerdemanagement nahegebracht werden sollen. Die Vermarktung dieses Spezialangebots erfolgt unter der Marke Cadeaux, für die Fleurop eine separate Website (www.cadeaux.de) betreibt.