MCS optimiert die Parkraumbewirtschaftung mittels intelligenter Steuerungselektronik der Parkautomaten und deren Integration in ein .NET basiertes Managementsystem

19. Juni 2003



Die MCS MICRONIC Computer Systeme GmbH (MCS), Berlin, verhilft der Stadtverwaltung Dubai zu einer optimalen Parkraumbewirtschaftung. Dafür sorgt die intelligente Steuerungselektronik der Parkautomaten und deren Integration in ein .NET basiertes Managementsystem. MCS lieferte die komplette Steuerungselektronik für intelligente Parkscheinautomaten und in Zusammenarbeit mit LogicaCMG ein .NET basiertes Managementsystem an die Stadtverwaltung Dubai. Die Zahl der Serviceeinsätze ist deutlich zurückgegangen. MCS kann heute nicht nur ein Referenzprojekt vorweisen, sondern verfügt auch über ein Lösungsmodell für weitere Automaten-Anwendungen.


1. Umsetzungspartner

Die MCS MICRONIC Computer Systeme GmbH, Berlin, entwickelt und realisiert umfassende Steuerungslösungen für Automaten und Industrietechnik. Für deren reibungslosen Betrieb bietet das 1977 gegründete Unternehmen zudem maßgeschneiderte Managementlösungen. Auch die erforderliche Connectivity zwischen Managementsystem und Hard- und Softwarekomponenten hält das Portfolio der MCS bereit.


2. Ausgangssituation

Noch bis vor kurzem standen in Dubai 800 Parkscheinautomaten für die Bewirtschaftung des öffentlichen Parkraums zur Verfügung. Jetzt wird diese Zahl erheblich aufgestockt: Zunächst auf 1.200; später soll 2.000 Automaten es in der arabischen Metropole geben.

Zentrales Management für die Parkraumbewirtschaftung
Die quantitative Ausweitung ist aber nur ein Aspekt, die Ambitionen reichen weiter: „Die Car Parking Section der Stadtverwaltung Dubai strebte vor allem eine qualitative Verbesserung ihrer Parkraumbewirtschaftung an“, berichtet Wolfger Höfig, Leiter der Softwareentwicklung bei der Berliner MCS MICRONIC Computer Systeme GmbH. Das in auf dem Flughafengelände Tempelhof ansässige Unternehmen ist vertraut mit den Anforderungen aus Dubai, denn schon die erste Charge Parkscheinautomaten war mit deren Steuerungselektronik ausgerüstet.

Den einwandfreien Zustand der Parkautomaten mussten die zuständigen Mitarbeiter der Dubai Municipality bisher noch persönlich überprüfen. Auch der Füllstand einer Automatenkasse ließ sich nur direkt vor Ort ablesen – oft genug um festzustellen, dass eine Kassenleerung eigentlich noch nicht erforderlich gewesen wäre. Unnötige Wege, fand die Stadtverwaltung Dubai. Zumal, da die zahlenmäßige Aufstockung der Automaten einen entsprechenden Anstieg der Mehrarbeit erwarten ließ.

Ein computergestütztes Managementsystem sollte Abhilfe schaffen. Geplant war, einen zentral gemanagten Automatenbetrieb zu ermöglichen und damit auch für störungsfreieren Service zu sorgen. Vorhandene und neue Parktautomaten mussten dafür zur Selbstdiagnose befähigt und kommunikationstechnisch soweit aufgerüstet werden, dass sie relevante Zustandsinformationen ereignisbezogen mit dem zentralen Managementsystem austauschen können.

Zwar gehören dafür erforderliche Hard- und Softwarekomponenten sowie bewährte Integrationslösungen, die ein effizientes Automatenmanagement ermöglichen, zum Portfolio der MCS. Aber: „Was Wartungsfreundlichkeit und damit auch Entwicklungsfähigkeit angeht, war unsere bisherige Systemplattform an seine Grenzen gestoßen“, sagt Wolfger Höfig. Hinzu kam eine klare Forderung aus Dubai: Als technologische Basis für das Managementsystem verlangten die Auftraggeber Microsoft-Produkte.


3. Die Lösung

Wartungsfreundlich und zukunftssicher
Schnell und komplikationslos soll ein Parkautomat installiert werden können. Er ist deshalb autark ausgelegt, von Strom- und kabelgebundenen Telefonnetzen also weitgehend unabhängig. Dank eigener Sonnenkollektoren versorgt er sich selbst mit Energie. Und für die kostengünstige Kommunikation mit dem zentralen Managementsystem ist die Mehrzahl der Parkautomaten mit einem GSM-Modem ausgestattet.

Von MCS stammt nicht nur die komplette Steuerungstechnik inklusive Kommunikationsinterface, sondern auch die Konzeption für die integrierende Managementlösung. Deren .NET basiertes Architekturdesign trug die LogicaCMG CMG Software Development and Consulting GmbH, einer der größten in Europa gelisteten IT-Dienstleister, zum Projekterfolg bei.

Wolfgang Hahn, Microsoft-Partnermanager aus der Berliner Niederlassung von LogicaCMG sagt: „Das .NET Konzept ermöglichte eine einfache Sicht auf die sehr komplexe Aufgabenstellung des Managementsystems.“ Die Software beruht auf einem mehrschichtigen Architekturmodell, das grafische Benutzeroberfläche, Business Layer sowie Datenzugriffs- und Datenbankschichten konsequent voneinander trennt. „Das garantiert der Lösung für die Zukunft eine hohe Wartungsfreundlichkeit“, ist Wolfgang Hahn sich sicher.

Vor-Ort-Einsätze werden seltener
Das Frontend, eine Windows-Forms-Applikation, greift über das SOAP-Protokoll auf die Businesslogik zu. Anfallende Daten werden in einer SQL Server 2000-Datenbank gespeichert, die zum Zwecke hoher Ausfallsicherheit in einem Zwei-Knoten-Cluster betrieben wird. Im Zusammenspiel mit weiteren Maßnahmen, wie redundanter Implementierung und unterbrechungsfreier Stromversorgung, erzielt das zentrale Managementsystem in Dubai eine Verfügbarkeit von 99,99 Prozent. In Dubai kommunizieren intelligente Parkautomaten über verschiedene Kanäle mit dem .NET basierten Management-System der Stadtverwaltung.

Abbildung 1: .NET basierten Management-System
Abbildung 1: .NET basierten Management-System


Die aktuellen Zustände sind in der Car Parking Section der Stadtverwaltung für sämtliche Parkautomaten mit einem Blick erfassbar. Vor dem Hintergrund eines digitalen Stadtplans werden sie auf einem Plasmabildschirm visualisiert, so dass auch ihre jeweiligen Standorte sofort zu erkennen sind.

Abbildung 2: Screenshot Managementsystem
Abbildung 2: Screenshot Managementsystem


Seinen Kassenstand meldet ein Parkautomat jetzt selbstständig an die Zentrale. Insbesondere werden Anforderungen zur Kassenleerung automatisch generiert, wenn bestimmte Füllwerte überschritten sind. „Bislang wurden bei 800 Automaten pro Tag durchschnittlich 80 Kassen gewechselt. Heute fallen bei 1.200 Automaten täglich nur noch 40 Kassenwechsel an“, freut sich Wolfger Höfig über den um zwei Drittel gesunkenen Aufwand. Dieser Effekt wird sich übrigens verstärkt auszahlen, wenn – wie geplant – die Automatenzahl bis auf 2.000 ansteigen wird.
Damit ist die Prozessoptimierung, die die Lösung für die Automatenbetreuung bewirkt, keineswegs erschöpft. Im Gegenteil: Dank ihrer Fähigkeit zur Selbstdiagnose melden die Automaten etwaige Störungen von sich aus an das System; entsprechende SMS-Nachrichten an den jeweils zuständigen Techniker lassen sich automatisch generieren. Persönliche Funktionsinspektionen, etwa durch einen der 300 Inspektoren von Dubai, sind nicht länger erforderlich. Außerdem verläuft die Kommunikation zwischen Automat und Managementsystem nicht nur in einer Richtung. Problemlos lassen sich zum Beispiel Konfigurationsdaten wie Tarifinfos oder Firmware-Updates zu den Automaten transferieren - ebenfalls ohne Vor-Ort-Einsätze eines Technikers. Denkbar sind hier Erweiterungen der jetzigen Anwendung, zum Beispiel individuelle Displaytexte mit standortbezogenen Werbeinformationen.


4. Nutzen

Serviceeinsatz on demand
Persönliche Inspektionen der Parkscheinautomaten sind nicht mehr erforderlich. Vor-Ort-Einsätze erfolgen nur bei tatsächlichem Bedarf, sodass ihre Zahl und damit auch die manuellen Aufwendungen rapide sinken. „Obwohl sich die Automatenzahl perspektivisch mehr als verdoppelt, werden keine zusätzlichen Servicetechniker benötigt“, bringt es Wolfger Höfig auf den Punkt. Dazu trägt auch die Optimierung im Support bei, die sich gezielter SMS-Benachrichtigung der zuständigen Mitarbeiter verdankt.

Verbesserte Geschäftsprozesse und neue Businesschancen
Das .NET basierte Management-System stellt jederzeit aktuelle Umsatzdaten zur Verfügung: Verkaufte Parkscheine, Bar- und Geldkarteneinnahmen, Verkaufszeiträume – die gewonnene Transparenz liefert wertvolle Informationen für die weitere Verbesserung der Parkraumbewirtschaftung. Zudem eröffnet die Möglichkeit des kostengünstigen Datenaustauschs zwischen Automat und zentralem System neue Geschäftchancen, etwa im Bereich location based advertising.

Zukunftsfähige Lösungsplattform
„Mit dem .NET basierten Managementsystem verfügt die MCS über eine zukunftsfähige, wartungsfreundliche Plattform für weitere Automaten-Lösungen – ein klarer Wettbewerbsvorteil“, konstatiert Wolfgang Hahn. Das gilt nicht nur für Parkscheinautomaten. Das Systemmodell ist eins zu eins auf Zigaretten-, Getränke-, Briefmarken- und andere Verkaufsautomaten übertragbar. Wegen der anhaltenden Diskussion um Mehrweg-Verpackungen hierzulande aktuell: automatische Pfand-Rücknahmesysteme.


5. Ausblick

Unterdessen denkt Wolfger Höfig darüber nach, wie er die Kommunikationskosten für die Stadtverwaltung Dubai weiter absenken kann und evaluiert GPRS (General Packet Radio Service) und Bündelfunk als alternative Kommunikationskanäle zwischen Automat und zentralem System. Zudem ist er zurzeit mit der Adaption des .NET basierten Lösungsmodells auf die Bedürfnisse eines anderen Parktautomaten-Kunden befasst.


Betreiber der Lösung

Stadtverwaltung Dubai (Municipality)
Car Parking Section
Branche: Öffentliche Verwaltung/Sozialversicherung/Polizei/Armee, Stadtverwaltung, Parkraumbewirtschaftung
Unternehmensgrösse: KleinunternehmenStadtverwaltung Dubai (Municipality)

Lösungspartner

Wolfger Höfig, Leiter der Softwareentwicklung
MCS MICRONIC Computer Systeme GmbH
Wolfgang Hahn
LogicaCMG

Autoren der Fallstudie

Microsoft Deutschland GmbH
Microsoft Deutschland GmbH

19. Juni 2003
Microsoft Deutschland GmbH

Zu dieser Fallstudie sind keine Anhänge verfügbar.
2010
ms-de-mcs-logica-cmg
https://www.experience-online.ch/de/9-case-study/2010-ms-de-mcs-logica-cmg
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