Suva - Online-Plattform für Sicherheitsprodukte und Gesundheitsschutz

01. September 2001



Als grösster Unfallversicherer der Schweiz übernimmt die Suva auch im Bereich der Unfallprävention bzw. der Arbeits- und Freizeitsicherheit eine wichtige Rolle. Resultierend aus einer Kundenumfrage im Herbst '96 hat die Suva 1999 den ersten virtuellen Sicherheitsprodukte-Fachmarkt der Schweiz als Pilotprojekt im Internet eingerichtet. Nach der erfolgreichen Versuchsphase wurde dieses Angebot ein Jahr später unter der Marke Sapros (Safety Product Services) definitiv lanciert und wird seither kontinuierlich ausgebaut.


Sapros bietet den Besuchern eine umfassende Marktübersicht und Bestellmöglichkeit für Sicherheitsprodukte und Gesundheitsschutz sowie den rund 25 Produktanbietern (inkl. Suva) eine entsprechende Angebotsplattform.


1. Das Unternehmen

Die Schweizerische Unfallversicherungsanstalt Suva ist ein selbständiges Unternehmen des öffentlichen Rechts mit Hauptsitz in Luzern und 20 Agenturen in der ganzen Schweiz. Als wichtigste Trägerin der obligatorischen Unfallversicherung versichert die Suva rund 1.8 Millionen Berufstätige in 108'220 Unternehmen gegen Berufs- und Nichtberufsunfälle sowie gegen Berufskrankheiten. Die Suva arbeitet nicht gewinnorientiert und erhält keinerlei Subventionen. Der vom Bundesrat gewählte Verwaltungsrat der Suva zeichnet sich durch eine sozialpartnerschaftliche Zusammensetzung aus. Er besteht aus je 16 Arbeitnehmer- und Arbeitgebervertretern sowie acht Vertretern des Bundes.


Agenturen und Hauptsitz verfügen über einen ärztlichen Dienst mit besonderen Kenntnissen und reicher Erfahrung in der Arbeits- und Unfallmedizin. Zum Gesamtunternehmen gehören auch die beiden Rehabilitationskliniken in Bellikon und Sion. Ende 2000 beschäftigte die Suva 2'444 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, davon 468 in den Rehabilitationskliniken.


Hintergrund
Die Dienstleistungen der Suva beinhalten Prävention, Versicherung und Rehabilitation. Die Suva unterstützt die bei ihr versicherten Unternehmen nicht nur durch persönliche Beratung, sondern auch mit einem breiten Informations- und Ausbildungsangebot.
Dabei stellt die Information über persönliche Schutzausrüstungen für die Arbeit und die Freizeit sowie deren schnelle Verfügbarkeit einen wichtigen Teil in der Prävention dar.


Branche
Neben der Suva sind zahlreiche weitere Anbieter von persönlichen und technischen Schutzausrüstungen für die Arbeit und Freizeit auf dem Schweizer Markt tätig. Diese sind teilweise im Verband der Schweizerischen Unfallverhütungsfirmen (VSU) organisiert. Es war der Suva wichtig, Sapros als gemeinsames Kooperationsprojekt mit allen interessierten Sicherheitsprodukte-Anbietern zu realisieren, um dadurch sowohl einen grösseren Kundennutzen als auch eine grösstmögliche Marktverträglichkeit zu gewährleisten.


Produkt
Die E-Business-Applikation Sapros ist eine markenrechtlich geschützte Dienstleistung des Bereiches Sicherheitsprodukte aus dem Departement Gesundheitsschutz der Suva. Zwei Ziele werden mit Sapros verfolgt:

  1. Für Interessenten und Kunden im Internet eine tagesaktuelle Angebotsübersicht der auf dem Schweizer Markt verfügbaren Sicherheitsprodukte schaffen und eine direkte Bestellmöglichkeit aller angebotenen Produkte gewährleisten (= grösstmöglichen Kundennutzen stiften).
  2. Allen qualifizierten Anbietern von normengerechten Sicherheitsprodukten in der Schweiz die Möglichkeit einräumen, ihre Produkte darzustellen und zum Kauf anzubieten (= grösstmögliche Marktgerechtigkeit gewährleisten).



Die Erreichung beider Ziele liegt im Interesse einer Erhöhung der Arbeits- und Freizeitsicherheit in der Schweiz.


In einem ersten Schritt wurden vorab persönliche Schutzausrüstungen für die Arbeit sowie technische Maschinenschutz-Einrichtungen auf der Sapros-Plattform dargestellt. Eine Erweiterung folgte dann mit den Freizeit-Sicherheitsprodukten und Produkte für die "Erste Hilfe". Sie wird nun mit Produkten aus dem Bereich der Ergonomie und Rehabilitation fortgesetzt. Ziel des geplanten Endausbaus ist es, das umfassendste Schweizer-Angebot an Produkten für Sicherheit und Gesundheitsschutz im Internet bieten zu können.


Zielgruppe
Primär ist Sapros eine B2B-Lösung. Sie richtet sich an Betriebsinhaber, Sicherheitsfachleute und Produkteeinkäufer in den rund 100'000 Suva-Kundenbetrieben, namentlich an die KMU-Kunden. Sekundär wird Sapros aber auch von Sportlern, Haushaltführenden und weiteren Privatpersonen genutzt, die für die Arbeit und die Freizeit optimale Sicherheitsprodukte suchen.


2. E-Business-Vision

Die E-Business-Vision der Suva für die E-Business-Lösung Sapros lautete knapp aber anspruchsvoll:


Die Online-Plattform Sapros soll der führende virtuelle Sicherheitsprodukte-Fachmarkt der Schweiz sein.


Dieses Ziel soll durch die Nutzung der Potenziale seitens Suva, aber vor allem auch durch die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den weiteren Sicherheitsprodukte-Anbietern, erreicht werden.


3. E-Business-Strategie

Abgeleitet aus der Vision wurde durch die Suva ein detailliertes Konzept ausgearbeitet, welches die Ziele und Rahmenbedingungen für die Realisierung bildete.


E-Business-Konzept des Anbieters
Zusammenfassend kann das E-Business-Konzept wie folgt beschrieben werden:
Mit Sapros soll eine Informations-Plattform mit Angebotsübersicht ("virtuelles Schaufenster") und Bestellmöglichkeit für normenkonforme Sicherheitsprodukte für Arbeit, Technik, Erste Hilfe, Freizeit, Ergonomie und Rehabilitation verschiedenster Schweizer Anbieter zu Gunsten Firmen und Private geschaffen werden.


Leistungsumfang
Entsprechend dem E-Business-Konzept ist Sapros primär ein Präventionstool für die Kundenbetriebe der Suva, die sich damit auf einfache, zeitsparende und kostengünstige Weise einen Überblick über das aktuelle Sicherheitsprodukteangebot auf dem Schweizer Markt verschaffen können. Sekundär ist Sapros eine vollumfängliche E-Business Lösung, über die Sicherheitsprodukte vertrieben werden.


Das heisst es soll ein virtueller Fachmarkt erstellt werden, in dem der Besucher (Interessent/Kunde) sich einerseits informieren kann, sowie aufgrund der vollständigen Angebotsübersicht das entsprechende Sicherheitsprodukt auswählen und unabhängig Anbieter an einer einzigen Kasse bezahlen kann. Anschliessend sollen die gewählten Sicherheitsprodukte an die Empfängeradresse geliefert werden.


Im folgenden Prinzipschema werden die einzelnen Dienstleistungsbereiche und deren Zuständigkeiten im virtuellen Fachmarkt Sapros dargestellt:

Abb. 3.1: Übersicht virtueller Fachmarkt für Sicherheitsprodukte
Abb. 3.1: Übersicht "virtueller Fachmarkt für Sicherheitsprodukte"



Partner
Für die Realisierung wurde ein Fulfillment-Partner und eine Internet-Agentur evaluiert und in die Lösungsentwicklung miteinbezogen.


Fulfillment-Partner
Abhängig der spezifischen Strategien und der verfügbaren Ressourcen der einzelnen Produktanbieter bestehen zwei Varianten zur Erbringung der Fulfillment-Dienstleistungen in Zusammenhang mit der Online-Plattform Sapros.
Entweder durch

  • die Produktanbieter selbst, das heisst firmenspezifische Rechnungsstellung und Inkasso sowie Organisation der Logistik-Dienstleistungen,

oder durch

  • yellowworld als Fulfillment-Partner, mit den Dienstleistungen Call Center, Warehousing und Lieferung, sowie Payment (inkl. Verwaltung der offenen Posten und Mahnungen).



ERP-Anbieter/bestehender Informatikpartner
IPEC, die "Internet-Plattform E-Commerce" von yellowworld beinhaltet Teile von Simultan Business Solutions (SBS) und übernimmt die erforderlichen ERP-Funktionen der E-Business-Lösung. Allfällig benötigte Informationen seitens yellowworld-Kunden für Marketing, Einkauf, Finanzen usw. werden in IPEC aufbereitet und dem ERP-System des Kunden, wie z.B. dem Suva-internen SAP-System, im gewünschten Format zur weiteren Auswertung zur Verfügung gestellt.


Internet Agentur
Die Programmierung der Sapros-Website inkl. Shoppinglösung sowie das Housing des Webservers wurde der E-Business Agentur FirmNET in Luzern übergeben. FirmNET, gegründet 1994, gehört zu den ersten Internetfirmen der Schweiz und hat seither für über 150 Unternehmen Web-Sites und E-Commerce Plattformen realisiert.


4. Fulfillment-Lösung

Die Fulfillment-Lösung umfasst als Ergänzung zum Online-Shop die Leistungserfüllung im Zahlungsverkehr und in der Logistik.

Abb. 4.1 Abgrenzung Online-Shop - Fulfillment-Leistungen
Abb. 4.1 Abgrenzung Online-Shop - Fulfillment-Leistungen



Die Konzeption des Online-Shop ermöglicht zwei Fulfillment-Lösungsvarianten. Einerseits die direkte Anbindung an die Fulfillment-Plattform IPEC von yellowworld, andererseits durch die Generierung eines E-Mails als Anstoss zur "traditionellen" Auftragsabwicklung durch den entsprechenden Produktanbieter.
Die Suva - mit dem Produktangebot von Velohelmen - diente der yellowworld als Pilotpartner bei der Entwicklung ihres Fulfillment-Angebots. Diese yellowworld-Dienstleistungen stehen heute auch anderen Produktanbietern zur Verfügung.


Art der Fulfillment-Leistung
Die einzelnen Teilprozesse der Fulfillment Lösung von yellowworld umfassen folgende Tätigkeiten:
Bestellannahme
Die im Online-Shop erfolgten Bestellungen (Warenkorb) werden direkt an die Fulfillment-Lösung übermittelt. Traditionelle Bestellmöglichkeiten wie Telefon, Fax oder Karte können ebenfalls im Namen des entsprechenden Produktanbieters entgegengenommen und direkt in der Fulfillment-Applikation IPEC erfasst werden.


Logistik
Die Bestellungen werden an das Warehouse bei der Firma Serlog (Logistik-Partner von yellowworld) weitergeleitet. Dieser übernimmt die Informationen und bereitet sie für seine Zwecke (z.B. Rüstscheine) auf. Parallel wird aus IPEC beim Logistik-Dienstleister ein Lieferschein mit integriertem Einzahlungsschein ausgedruckt und dem entsprechenden Paket beigelegt. Anschliessend werden die Lieferungen mindestens einmal täglich dem entsprechenden Transport-Unternehmen (z.B. Post) übergeben.
Die Warenbestände werden in IPEC und im Warehouse parallel geführt und täglich abgeglichen. Dadurch ist es möglich via IPEC im Shop die effektiven Warenbestände aktuell anzuzeigen.


Payment [Zahlungslösung]
Die überwiesenen Zahlungen werden direkt dem entsprechenden Konto des jeweiligen Anbieters gutgeschrieben. Die Informationen über dem Eingang der Zahlungen werden an IPEC übermittelt und dort mit den offenen Posten verbucht. Erfolgt die Zahlung nicht fristgerecht, werden nach Vorgabe der Anbieter bis zu drei Mahnungen ausgelöst. Wird die Forderung trotzdem nicht beglichen, entscheidet der Produktanbieter individuell über das weitere Vorgehen.
Die Fulfillment Lösung von yellowworld (IPEC) ermöglicht neben dem geschilderten Funktionsumfang v.a. im Bereich E-Payment einen weiteren Ausbau Richtung Online-Bezahlung (SET) durch Postcard und Kreditkarten. Dies wird jedoch in der aktuellen Sapros-Version noch nicht genutzt.


Kosten
Die Entwicklungskosten der Sapros-Plattform betrugen 800'000.- CHF. Die jährlichen Betriebskosten inkl. Weiterentwicklung betragen 600'000.- CHF jährlich. Das heisst die Plattform wird, den aktuellen Anbieter- und Kundenbedürfnissen entsprechend, mit grossem Engagement kontinuierlich weiterentwickelt.
Durch das Outsourcing konnten die Auftragsabwicklungskosten weitgehend variabilisiert werden. Dies betrifft vor allem die Fulfillment-Dienstleistungen im Rahmen der Auftragsabwicklung durch das Zurückgreifen auf die verschiedenen Anbieter sowie IPEC als Fulfillment-Lösung der yellowworld.


5. Implementierung

Resultierend aus den konzeptionellen Anforderungen wurden für die Aktualisierung des Angebots sowie die Auftragsabwicklung folgende Teilprozesse definiert.


Prozesse/Redesign

Abb. 5.1: Wichtigste Teilprozesse der Sapros-Plattform
Abb. 5.1: Wichtigste Teilprozesse der Sapros-Plattform



Die einzelnen Teilprozesse der E-Business Lösung wurden in alle betroffenen Geschäftsprozesse des Fachmarkt-Betreibers Suva integriert und nach ISO 9001 dokumentiert.


Software-Lösung/Programmierung
Der virtuelle in Form der Online-Plattform Sapros wurde durch den E-Business-Dienstleister FirmNET in 3 Phasen entwickelt.


Phase 1 beinhaltete die Erstellung eines Funktionsmusters (nur GUI), welche als Diskussionsgrundlage für die Gestaltung der Sapros-Plattform wie auch zur Gewinnung weiterer Produktanbieter verwendet werden konnte.


In Phase 2 wurde ein funktionsfähiger Prototyp (Sapros Light) ohne Anbindung an eine Fulfillment-Lösung in der MS-Scripting Sprache (*.idc) entwickelt.
Basierend auf den Erfahrungen aus den beiden Projektphasen wurde im Rahmen der Phase 3 die produktive Sapros-Version konzipiert und programmiert.


Technische Plattform
Die Infrastruktur für die Entwicklung und den Betrieb von Sapros basiert im Wesentlichen auf Microsoft-Produkten. Die Programmierung der einzelnen Server-Funktionen (IIS Webserver mit Active Server Pages) wurde mit Visual InterDev vorgenommen.
Die Active Server Pages des Webservers greifen auf den Mail-Server (SMTP) und auf das zentrale relationale Datenbanksystem (SQL-Server) zu, welches die Website und den Online-Shop mittels aktuellen Sicherheits- und Produktinformationen versorgt. Via Mietleitung erfolgt der Zugriff auf den IPEC-Server (Auftragsabwicklung und Payment), welcher wiederum mit dem Warehouse-Server (Logistik) verbunden ist.


Architektur [Systemarchitektur]

Abb. 5.2 Topologie E-Business-Lösung Sapros
Abb. 5.2 Topologie E-Business-Lösung Sapros



Die Komponenten der E-Business-Plattform Sapros befinden sich in den Räumlichkeiten der FirmNET, während die Fulfillment-Komponenten bei yellowworld untergebracht sind.


6. Operation/ Betrieb

Neben der technischen Betreuung und Gewährleistung eines reibungslosen Betriebs durch den Internet-Dienstleister FirmNET, ist vor allem die zielgruppenorientierte Aktualisierung und Weiterentwicklung ein wichtiger Erfolgsfaktor für den Besuch des virtuellen Fachmarkts durch Interessenten/Kunden.


Unterhalt
Die redaktionelle Betreuung der Online-Plattform Sapros erfolgt durch die Suva. Die einzelnen Anbieter bewirtschaften ihre Sicherheitsprodukte, im Rahmen von strukturellen Vorgaben und mit möglicher Unterstützung durch die Suva Hotline, selber.


Einmal pro Jahr organisiert die Suva eine Anbietertagung zum Erfahrungsaustausch und Diskussion möglicher Optimierungs- und Weiterentwicklungs-Potenziale.


Rentabilität
Finanzierung
Die Finanzierung der Plattform erfolgt - als VorInvestition mit dem Ziel der Eigenfinanzierung - zu 100 % durch die Suva. Der Break-Even soll nach 5 Jahren erreicht werden, wobei der Aufwand primär durch Verkaufsprovisionen aus den im Online-Shop verkauften Sicherheitsprodukten finanziert werden soll.


Umsatz/Nutzen
Aufgrund der vorliegenden Zahlen erreicht der virtuelle Fachmarkt durch den Verkauf von Sicherheitsprodukten im Jahre 2001 erstmals einen Umsatz von 1 Mio. CHF. Das Ziel ist, zumindest bis zur Erreichung des Break-Even im Jahr 2006, eine jährliche Umsatz-Verdoppelung.
Für die einzelnen Sicherheitsprodukte-Anbieter resultiert neben dem Zusatzumsatz durch neue Kunden vor allem ein Nutzen durch eine Aufwandreduktion für Kundenanfragen und -bestellungen. Für die einzelnen Kunden resultiert ein Präventionsnutzen durch die schnelle Verfügbarkeit von aktuellen Informationen zu Sicherheitsprodukten sowie deren Online-Bestellmöglichkeit. Bei zur Zeit rund 7'000 Besucher und 600 Bestellungen pro Monat ergibt dies insgesamt einen Zusatznutzen, welcher den direkt quantifizierbaren Ertrag aus dem Produktverkauf mindestens verdoppelt.


7. Erfolgsfaktoren

Spezialitäten der Lösung
Die Online-Plattform für Sicherheitsprodukte und Gesundheitsschutz überzeugt durch folgende speziellen Merkmale:

  • Umfassende Informations-Plattform mit Diskussions-Forum und virtuellem Fachmarkt mit Schutzausrüstungen für Arbeit und Freizeit mit dem primären Ziel der Prävention bei den Kundenbetrieben der Suva.

 

  • Durch die Einbindung weiterer Produkteanbieter wird ein schneller und vor allem umfassender Überblick über das aktuelle Sicherheitsprodukte-Angebot ermöglicht. Das heisst durch den gemeinsamen Auftritt (Coopetition = Kooperation von Mitbewerber) im virtuellen Fachmarkt Sapros erhöht sich der Kundennutzen und als Folge davon auch der Nutzen der einzelnen Anbieter durch den Zugang zu neuen Kunden und zusätzlichem Absatz ihrer Produkte.

 

  • Individualisierung auch auf Anbieterseite. Das heisst die einzelnen Anbieter können zwischen eigener und externer Auftragsabwicklung (durch den Fulfillment-Partner yellowworld) wählen. Zudem sind die einzelnen Anbieter im virtuellen Fachmarkt ohne Risiko präsent, da die "Miete" ausschliesslich aus den Verkaufsprovisionen ihrer Produkte besteht.

 

  • Die Shopping-Lösung wurde so konzipiert, dass unabhängig vom Produktanbieter und der Fulfillment-Lösung für den Kunden nur ein Warenkorb existiert.

 

  • In der Konzeptphase wurde eine detaillierte Risikoanalyse mit Sicherheitskonzept erstellt, welche entsprechende Konsequenzen auf die Zusammenarbeit mit den externen E-Business Partnern hatte.



So gehört zum Beispiel das Copyright der gesamten E-Business-Lösung, inkl. Quellcode und einer detaillierten technischen Dokumentation, der Plattform-Betreiberin Suva. Dadurch besteht die Option, bei Bedarf die Sapros-Plattform auf einem eigenen Webserver zu betreiben.


Unique Selling Proposition
Die für die Schweiz umfassendste Übersicht dieser Branche bietet dem Besucher alle wesentlichen Informationen an, inkl. Angebots- und Preisvergleiche sowie Online-Bestellmöglichkeit von persönlichen und technischen Sicherheitsprodukten sowie weiterer Produkte die der Gesundheit des Menschen dienen.


Veränderungen
Durch die stetige und schnelle Verfügbarkeit von umfassenden und aktuellen Informationen zu Sicherheitsprodukten und Gesundheitsschutz können wesentliche Aufwandreduktionen bei Kunden und Anbieter plus ein Präventionsnutzen durch bessere Information und vermehrten Kauf/Einsatz von Sicherheitsprodukten erzielt werden.


Lessons Learned
Dank einem professionellen Projekt-Management und Verfügbarkeit der notwendigen finanziellen und personellen Ressourcen konnten wesentliche Fehler vermieden sowie kleinere Fehler laufend korrigiert werden. Das kleine, hochmotivierte Projektteam wurde mit klaren Zielvorgaben und genügend gestalterischem Freiraum geführt. Ein pragmatisches Vorgehen mit integriertem kontinuierlichem Verbesserungsprozess (KAIZEN), wenig Papier und Sitzungen, ausgeprägtem Networking mit internen und externen Partnern bildete die Grundlage für den Projekterfolg.
Weitere wesentliche Erfolgsfaktoren waren/sind:

  • Konsequente Ausrichtung der Projektaktivitäten bzw. Plattform-Konzeption auf einen optimalen Kundennutzen.
  • Die Abklärung der Copyright-Rechte vor Auftragsvergabe sowie die Definition der Programm-Dokumentation, Quellcode und Daten-Hinterlegung im Auftrag.
  • Das Erstellen einer detaillierten Risikoanalyse als Pflichtteil der Konzeptphase, woraus ein Risikokatalog mit entsprechenden Sicherheitsmassnahmen für den Daten- und Betriebsschutz sowie entsprechende Anforderungen an die E-Business Partner resultierten.
  • Die Möglichkeit der Wahl zwischen externer und interner Fulfillment-Lösung sowie entsprechender Anbindung an die Auftragsabwicklung der einzelnen Produktanbieter.
  • Die Unterstützung und der partnerschaftliche Einbezug der Produkteanbieter, welche teilweise auch Mitbewerber der Suva sind.

Betreiber der Lösung

Suva
Jules Kaufmann, Bereichsleiter
Branche: Öffentliche Verwaltung/Sozialversicherung/Polizei/Armee, Sicherheitsprodukte
Unternehmensgrösse: GrossunternehmenSuva

Lösungspartner

Roland Wolleb, Projektleiter
yellowworld AG
Roger Gomol
FirmNET AG

Autoren der Fallstudie

Bruno R. Waser
ITZ InnovationsTransfer Zentralschweiz

01. September 2001
Waser; Bruno R. (2001): Fallstudie Suva; in: Dettling; Walter; Schubert; Petra; Wölfle; Ralf (Hrsg.; Fulfillment im E-Business - Praxiskonzepte innovativer Unternehmen; S. 117-129; München; Wien: Hanser Verlag; 2001.
PDF zur Fallstudie, wie diese in der eXperience Buchreihe erschienen ist.
2138
suva
https://www.experience-online.ch/de/9-case-study/2138-suva
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