Siemens Business Services optimiert seine Kapazitätsauslastung

01. October 2003



Den Einsatz ihrer Mitarbeiter in Kundenprojekten optimiert die Siemens Business Services GmbH & Co. OHG, München, jetzt bereichsübergreifend mit einer .NET-basierten Lösung: Vorhandene Kapazitäten werden somit unternehmensweit besser ausgelastet. Durch die damit sichergestellte Internationalisierung der Zusammenarbeit ergeben sich ganz andere Optionen, benötigte Expertisen für die Projekt-Realisierung einzubringen. Dank bruchloser Office-Integration auf der Basis von XML (Extensible Markup Language) vereinfacht sich die Bearbeitung von Kompetenzprofilen. Zudem sorgen vereinheitlichte Profil-Layouts für eine verbesserte Außenwirkung des Unternehmens. Weiterer Effekt: Das zentral administrierbare Web-System ersetzt viele dezentrale Insellösungen, deren aufwändige Wartung danach vollständig entfällt.


1. Das Unternehmen

Siemens Business Services zählt zu den international führenden IT-Service-Anbietern. In den Segmenten Outsourcing und Systemwartung rangiert das Unternehmen weltweit unter den Top Ten. Das Angebot erstreckt sich vom Consulting über die Systemintegration bis hin zum Management kompletter Infrastrukturen. Es deckt damit die gesamte Dienstleistungskette ab. Mehrwert entsteht bei den Kundenunternehmen vor allem durch die zielorientierte Kombination hochkarätiger Technologie- und spezifischer Branchenkompetenzen. Im abgelaufenen Geschäftsjahr (2002) belief sich der Umsatz auf 5,8 Milliarden Euro, wovon gut drei Viertel außerhalb des Siemens-Konzerns erwirtschaftet wurden. In Deutschland, wo zurzeit etwa 15.500 Mitarbeiter beschäftigt sind, beträgt dieser Wert rund 2,9 Milliarden Euro.


2. Ausgangslage

Einen wichtigen Portfolio-Schwerpunkt von Siemens Business Services bilden die so genannten Business Solutions: „Sie folgen einem integrativen Ansatz, der weit über Einzellösungen hinaus denkt und die gesamte Wertschöpfungskette beim Kunden im Blick hat“, sagt Marion Hintzen, Global Assignment Managerin bei Siemens Business Services. Neben lieferantenbezogenen Geschäftsprozessen in Einkauf, Beschaffung und Partnerbeziehungsmanagement liegen auch alle Abläufe, die sich um Nutzung und Verwaltung von Ressourcen, um Produktion, Logistik und Qualitätssicherung drehen, im Fokus der Business Solutions. Der Bogen spannt sich bis hinüber zu den kundenseitigen Prozessen in Marketing, Vertrieb und Service – womit die branchenübergreifende Mission des global agierenden Dienstleisters deutlich wird: „Es geht darum, innovative Technologien in Organisationen und Unternehmen hineinzutragen, um dort die fortschreitende Prozessoptimierung weiter voranzutreiben“, bringt es Marion Hintzen auf den Punkt.

Entsprechend breit gefächert ist die Kompetenzpalette der Mitarbeiter, die Siemens Business Services in Deutschland und weltweit bereithält. Nur der richtige Mix aus Beratungs-, Technologie-, und Entwicklungskompetenz einerseits und spezifischer Branchenkenntnis sowie bewährter Projektmethodik anderseits sorgt am Ende dafür, dass die Lösungen von Siemens Business Services für den Kunden echten Mehrwert generieren.


3. Kompetenz und Kapazitäten unternehmensweit bündeln

Wie aber lassen sich verfügbare Kompetenzen dafür unternehmensweit flexibel genug bündeln? Schließlich sollen Kundenanfragen schnell und verbindlich mit einem Teamvorschlag beantwortet werden können, der das erforderliche Knowhow in optimaler Zusammensetzung enthält. Diese Herausforderung hat bei Siemens Business Services einen Optimierungsschub der betroffenen Geschäftsprozesse in Gang gesetzt.

„Durch die Verwendung einheitlicher Skill-Strukturen und deren weltweite Bereitstellung sichern wir die schnelle Reaktion auf Kundenanfragen und die Bildung von Projektteams durch Identifizierung der Mitarbeiter mit den am besten geeigneten Skills und Kompetenzen“, führt Marion Hintzen aus. „Der richtige Mitarbeiter im richtigen Land zum richtigen Zeitpunkt im richtigen Projekt: Diese Kombination von Können, Einsatzort und Timing ist im Lösungsgeschäft, das durch eine zunehmende Internationalisierung geprägt ist, ein entscheidender Erfolgsfaktor. Damit wird das Zusammenstellen von internationalen Teams gesichert, die dafür sorgen, dass nationale Einheiten von Siemens Business Services Lösungen und Services weltweit realisieren können“, ist Marion Hintzen überzeugt.


4. Unternehmensweit Transparenz schaffen

Das neu etablierte Tool „Assignment und Capacity Manager“ (ACMAN) ist das unternehmensweite Skills Management auf Basis einer einheitlichen Erfassung und Auswertung. Es stützt sich auf eine Art virtueller Organisationsstruktur, welche die unterschiedlichen tatsächlichen Ausprägungen der Unternehmensgliederung, wie sie in einem internationalen Unternehmen vorhanden sind, einheitlich abbildet: „So gelingt es uns, über die Grenzen der Service Lines, Competence Center und regionalen Niederlassungen hinweg mehr Transparenz in die vorhandenen Kompetenzen und deren aktuelle Verfügbarkeit zu bringen“, erläutert Thomas Haensse. Als Projektleiter zeichnet er für die Entwicklung einer .NET-basierten Web-Anwendung verantwortlich, die das neue Ablaufgefüge auf allen Managementebenen unterstützt.

Kenntnisse, Fähigkeiten und Fertigkeiten von Mitarbeitern sowie deren aktuelle Auslastungssituation lassen sich jetzt in standardisierter Form erfassen und via Intranet austauschen. Während die Stammdaten dafür in einer Microsoft Access-Datenbank gehalten werden, stehen die fertigen Kompetenzprofile als separat gespeicherte XML-Dateien zur Verfügung.


5. Schnittstellenlose Office-Integratio

„Assignment Manager können dadurch Profildaten einfach per Mausklick in Microsoft Word-Vorlagen übernehmen“, hebt Thomas Haensse einen entscheidenden Vorteil hervor. Er kommt zum einen der Arbeit mit CI-konformen Layouts von Siemens Business Services zugute. Zum anderen lassen sich so auch externe Templates, etwa festgelegte Ausschreibungsvorgaben von zum Beispiel öffentlichen Auftraggebern, praktisch ohne manuellen Aufwand füllen. Schnittstellen musste das Team um Thomas Haensse dafür nicht entwickeln. „Denn die neueren Versionen von Microsoft Office bieten von Haus aus umfassende XML-Unterstützung.“

XML zählt zu den Grundpfeilern der .NET-Strategie, was sich deutlich an der Microsoft Entwicklungsumgebung ablesen lässt: „Visual Studio .NET ist die effizienteste, am meisten ausgereifte Umgebung zur Entwicklung XML-basierter Web-Applikationen“, urteilt Thomas Haensse. Die Präsentationsschicht der Anwendung nutzt ASP.NET, weshalb Funktionalität und Layout der Web-Oberfläche streng voneinander getrennt sind. Die Vorteile liegen hierbei nicht nur in vereinfachter Wartbarkeit, sondern auch in erhöhter Wiederverwendbarkeit einzelner Komponenten, zum Beispiel wenn es um die Funktionalität spezieller Steuerelemente geht.

Abbildung 1: Applikationsarchitektur ACMAN

Abbildung 1: Applikationsarchitektur ACMAN


Ebenfalls streng gekapselt sind Geschäftslogik und Datenschicht, wobei im Fall ACMAN über der eigentlichen Datenbankschicht noch eine weitere, abstrakte Datenzugriffsschicht liegt. „Das macht die Applikation weitgehend unabhängig von der tatsächlich eingesetzten physischen Datenbank“, begründet Thomas Haensse. Dieser Aspekt berührt nicht nur die Frage der Zukunftssicherheit. Bei kommerzieller Software verbessern sich auch die Vermarktungschancen, weil bei den Kunden schon vorhandene Datenbanken problemlos weitergenutzt werden können. Somit hat die Abtrennung der Datenbankschicht einen positiven Einfluss auf den Investitionsschutz.


6. Zentrale Wartung via Web


Die .NET-basierte ACMAN-Lösung ist eine reine Web-Lösung. Sie steht den Anwendern via Intranet im Browserfenster zur Verfügung. Und das heißt: „Praktisch keine Deployment-Kosten beim Rollout oder bei Software-Updates. Denn die Systempflege erfolgt zentral auf dem Server“, freut sich Thomas Haensse. Die früheren Insellösungen sind zwischenzeitlich abgeschaltet – womit deren dezentrale Wartung sich ebenfalls erübrigt hat.

Erforderliche Kompetenzen lassen sich jetzt bereichsübergreifend sehr viel flexibler auffinden. Greifbarer Vorteil: „Der Kunde wird durch die besten Ressourcen weltweit schnell und kompetent bedient“, sagt Marion Hintzen.

Dank bruchloser Officeintegration werden die Assignment Manager und der Vertrieb bei der Erstellung der zugehörigen Kompetenz-Profile von manuellen Layout-Arbeiten befreit. Zudem sorgen vereinheitlichte Layouts für eine verbesserte Außenwirkung des Unternehmens.


7. Transparentes Kapazitäts-Controlling

Nicht zuletzt bringt ACMAN auch mehr Transparenz in die aktuelle Auslastungssituation der unterschiedlichen Service Lines, Competence Center und Standorte. „Damit können wir ein vorausschauendes Auslastungsmanagement verwirklichen. Vorhandene Ressourcen können gezielter verplant werden als bisher“, hebt Marion Hintzen hervor. Auslastungsübersichten werden in einem definierten Prozedere für die einzelnen Einheiten (Bereich, Abteilung, Gruppe etc.) monatlich erstellt, ein Planungsprozess, der sich auf Basis fundierter Forecasts permanent selbst verfeinert.

Zudem schafft diese einheitliche Kompetenzerfassung auch die Basis für das zielgerichtete Skills Management und damit für die Personal-Förderung. Allein in Deutschland wird die ACMAN-Datenbank 4.000 Mitarbeiterprofile umfassen. Unmittelbar bevor steht der Abschluss des Rollout zudem in etlichen europäischen Ländern, in Indien und den USA. Dann könnten Kapazitäten auch länderübergreifend gebündelt werden, zum Beispiel bei international ausgerichteten Kundenprojekten. Falls Siemens Business Services die Lösung in Zukunft auch Kunden offerieren möchte, herrschen dafür günstige Bedingungen. Denn das stark gekapselte Architekturmodell ermöglicht eine nahtlose Integration in vorhandene Systemwelten – und berücksichtigt somit von vornherein die wichtige Kundenforderung nach dem Schutz früher geleisteter Investitionen.


Owner/s of the solution

Siemens Business Service GmbH & Co. OHG
Thomas Haensse, Projektleiter
Marion Hinzen, Global Assignment Managerin
Industry: IT & Communication
Company size: large-scale enterpriseSiemens Business Service GmbH & Co. OHG

Solution partner/s

Geschäftskundenbetreuung
Microsoft Deutschland GmbH

Case study author/s

Microsoft Deutschland GmbH
Microsoft Deutschland GmbH

01. October 2003
Microsoft Deutschland GmbH

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ms-de-siemens-business-services
https://www.experience-online.ch/de/9-case-study/2119-ms-de-siemens-business-services
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