Die Blizzard Sport GmbH ist ein seit 1945 in Mittersill angesiedeltes, mittelständisches Unternehmen, das sich auf die Produktion von Skiern, die in mehr als 40 Länder exportiert werden, spezialisiert hat. Sie wurde von Anton Arnsteiner gegründet. Er hat das Unternehmen lange Jahre zentral geprägt und als Familienbetrieb geführt.
In den 80er Jahren hatte das Unternehmen mehrmals wirtschaftliche Schwierigkeiten und es wechselten mehrfach die Besitzer, bevor 2006 die Tecnica Gruppe Blizzard zuerst mehrheitlich und in 2007 zu 100 % erwarb.
Hintergrund, Branche, Produkt und Zielgruppe
Die Blizzard Sport GmbH produziert an zwei Standorten (Mittersill, Österreich und Chop, Ukraine) pro Jahr etwa 300'000 Paar Ski. Dabei entfallen auf die Premium-Marken Blizzard und Nordica jeweils ca. 140'000 Paar. Der deutlich grössere Standort Mittersill, zugleich Sitz des Unternehmens, ist für ca. zwei Drittel der Produktion zuständig.
Anders als andere Skimarken (wie z. B. Atomic, Salomon) hat sich der Hersteller ausschliesslich auf die Produktion von Skiern spezialisiert und bietet innerhalb der Marke Blizzard keine Skischuhe und keine Skibekleidung für den Massenmarkt an.
Die Kunden des Unternehmens entfallen auf zwei Hauptgruppen. In Österreich, Deutschland, den Beneluxstaaten und Grossbritannien beliefert Blizzard ein Netzwerk von Händlern, wohingegen in allen übrigen Ländern die Produktdistribution durch Zentralvertreter organisiert ist.
Unternehmensvision
Blizzard konzentriert sich voll und ganz auf die Produktion moderner und dynamischer Skier. Man will dem Kunden dabei nicht nur ein hochwertiges Sportprodukt bieten, sondern ein Skigefühl der besonderen Art:
"Blizzard – HighTech Emotion"
Stellenwert von Informatik und E-Business
Blizzard war vor der Übernahme durch die Tecnica Gruppe gekennzeichnet von einem stark traditionellen Unternehmensverständnis mit der Konzentration auf eine „sportliche“ Skiproduktion. Die Innovationspotenziale einer integrierten IT-Landschaft, insbesondere zur Beschleunigung und transparenten Umsetzung von Prozessen wurden nicht gezielt untersucht und folglich auch nicht genutzt. Die Anwendungslandschaft im Unternehmen war gekennzeichnet von mannigfaltigen, zumeist selbst entworfenen Insellösungen, oftmals allein auf der Basis von Microsoft Office Produkten. Dem Nutzen der IT-Abteilung stand man skeptisch gegenüber und sah diese primär als Kostenstelle – nicht als Enabler.
Mit der Übernahme des Unternehmens in die Tecnica Gruppe erging die Anforderung, Prozesse transparenter zu gestalten und den elektronischen Datenaustausch mit der „Mutter“ zu ermöglichen. Diese Ziele sollten mit der Einführung eines ERP-Systems, das die nicht integrierten Insellösungen ersetzte, erreicht werden. Gleichzeitig versuchte man im Unternehmen, die Potenziale einer integrierten IT-Landschaft zu verdeutlichen und den Kulturwandel so zu gestalten, dass IT als Service und strategischer Nutzenbringer akzeptiert wird. Daraus wurde der folgende IT-Leitsatz abgeleitet, der den angestrebten kulturellen Wandel bei Blizzard gut verdeutlicht.
"HighTech Ski und HighTech Software gehen gemeinsam auf die Piste"
Erste wegweisende Ergebnisse wurden mit dem hier beschriebenen Projekt – der Einführung des ERP-Systems Semiramis – erzielt. Die Einführung ermöglichte neue operative Unternehmensprozesse, wodurch Blizzard in der Lage ist, sowohl die eigenen als auch die Skier von Nordica zu produzieren, was einer Verdopplung des Produktionsumfangs innerhalb eines Jahres entsprach.